Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 50 - 26.12.2014

Mehr als 16 Prozent der Hallenser werden vom Mindestlohn profitieren

Ab 1. Januar 2015 gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Laut DGB-Berechnungen müssen zurzeit in der Stadt Halle etwa 9.500 Vollzeitbeschäftigte mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn auskommen (Bruttoverdienst bis zu 1500 Euro/Monat*). Das heißt: 16 Prozent der insgesamt 59.000 Vollzeitbeschäftigten in Halle werden von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns profitieren.

Der DGB geht davon aus, dass bei den 27.000 sozialversicherten Teilzeitbeschäftigten in der Stadt Halle und insbesondere bei den 13.000 Minijobs, der Anteil derjenigen, die vom Mindestlohn profitieren werden, noch deutlich höher liegt. Regionale Angaben sind jedoch wegen mangelnder statistischer Grundlagen nicht möglich. Landesweit werden etwa zwei Drittel der Minijobberinnen und Minijobber vom Mindestlohn profitieren.

Bundesweit arbeiten deutlich mehr Frauen im Niedriglohnbereich als Männer. Dieser Trend zeigt sich auch in  Halle. Während 15,1 Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer in Halle brutto weniger als 1.500 Euro monatlich verdienen, liegt der Anteil der Frauen bei 18,4 Prozent.

DGB-Regionsgeschäftsführer Johannes Krause ist überzeugt, dass der gesetzliche Mindestlohn zu mehr Gerechtigkeit führen wird. „Auch die Akzeptanz bei den Unternehmen wird zunehmen, wenn sie sicher sein können, dass der Mindestlohn auch von der Konkurrenz bezahlt wird“, sagt Krause. Wichtig sei allerdings eine wirksame Überwachung. „Einige Arbeitgeber versuchen mit allen Tricks den Mindestlohn zu umgehen. Das ist kein Kavaliersdelikt“, so der DGB Regionsgeschäftsführer. Wer gegen das Mindestlohngesetz verstoße, müsse mit Geldbußen bis zu 500.000 Euro rechnen. Wem der Mindestlohn vorenthalten werde, könne bis zu drei Jahre später Klage einreichen. Krause weist darauf hin, dass tariflich ausgehandelte Branchen-Mindestlöhne ihre Gültigkeit behalten und nicht mit Hinweis auf den gesetzlichen Mindestlohn gekürzt werden können.

 

Mehr Informationen zum Mindestlohn unter www.mindestlohn.de

 

Bruttoarbeitsentgelt im Monat

Männer

absolut

in v. H.

Frauen

absolut

in v. H.

insgesamt

absolut

in v. H.

bis 1.400 €

3.382

11,2

4.027

14,2

7.409

12,7

1.401-1.500 €

1.194

3,9

1.179

4,2

2.373

4

über 1.500 €

25.558

84,9

23.108

81,6

48.666

83,3

insgesamt

30.134

100

28.314

100

58.448

100

Quelle: Berechnungen des DGB-Halle-Dessau

* Grundlage der DGB-Berechnungen: Rein rechnerisch müssten alle Vollzeitbeschäftigten, die bisher bei einer 39-Stunden-Woche und im Schnitt 4,35 Arbeitswochen weniger als 1.442 Euro brutto im Monat erhalten haben, bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro mehr verdienen. Nach der amtlichen Entgeltstatistik verdienten in Halle bisher 7.409 Vollzeitbeschäftigte weniger als 1.400 Euro brutto im Monat. Bei den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung werden aber auch einmalige Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, Überstundenzuschläge, Gefahrenzulagen etc. anteilig berücksichtigt. Da auch Beschäftigte im Niedriglohnbereich teils in den Genuss der genannten Zuschläge wie bei Überstunden kommen und zum Teil auch länger arbeiten, gehen die DGB-Berechnungen von einer Verdienstgrenze von 1.500 Euro brutto im Monat aus.

Details aus dem Burgenlandkreis, Anhalt-Bitterfeld, Saalekreis, Wittenberg und Dessau-Roßlau gibt es hier.


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